Migration von IBM Db2 zu PostgreSQL

Dieses Seminar behandelt die strukturierte Migration von IBM Db2 (LUW oder z/OS) zu PostgreSQL. Es werden die wesentlichen Architekturunterschiede, das Mapping spezifischer Datentypen, die Konvertierung von Db2 SQL PL zu PL/pgSQL sowie effiziente Strategien für Datenexport, Code-Adaption, Testing und Performance-Optimierung im PostgreSQL-Betrieb vermittelt.

Zielgruppe / Vorraussetzung

  • Zielgruppe: Datenbankadministratoren (DBAs), Datenbankentwickler, Systemarchitekten und Migrationsberater.
  • Voraussetzung: Fundierte Administrations- und Entwicklungskenntnisse in IBM Db2 (SQL, SQL PL) sowie Erfahrung mit relationalen Datenbankkonzepten.

Detailierte Inhalte

Architektur- und Konzeptvergleich

  • Systemarchitektur: Db2 Instanzen und Datenbanken vs. PostgreSQL Cluster
  • Speicherverwaltung: Db2 Bufferpools und Tablespaces vs. PostgreSQL Shared Buffers
  • Transaktionsmanagement und Concurrency: Db2 Locking vs. PostgreSQL MVCC (Multi-Version Concurrency Control)
  • Systemkataloge: Db2 SYSCAT / SYSIBM vs. PostgreSQL pg_catalog und Information Schema

Migrationsstrategien und Werkzeuge

  • Phasen der Migration (Assessment, Schema, Daten, Code, Testing, Go-Live)
  • Evaluierung von Migrationswerkzeugen: AWS Schema Conversion Tool (SCT), Ispirer, ESF Database Migration Toolkit
  • Db2-native Werkzeuge nutzen: db2look für DDL-Extraktion, db2move und EXPORT für Daten
  • Aufwandsschätzung, Kompatibilitätsbewertung und Risikomanagement

Schema- und Strukturmigration

  • Mapping der Datentypen (z. B. DECFLOAT zu NUMERIC, XML zu XML oder JSONB, CLOB/BLOB zu TEXT/BYTEA)
  • Übertragung von Constraints (Primary Key, Foreign Key, Check), Indizes und Sequenzen
  • Konvertierung von Db2 Identity Columns zu PostgreSQL SERIAL oder GENERATED ALWAYS AS IDENTITY
  • Umsetzung von Db2 Partitioning (Range, Hash, MDC/ITC) in PostgreSQL Declarative Partitioning

Code-Migration: SQL PL zu PL/pgSQL

Wer PL/pgSQL nicht nur portieren, sondern von Grund auf lernen möchte, findet das im Seminar PL/pgSQL-Programmierung.

  • Syntaxunterschiede zwischen Db2 SQL PL und PostgreSQL PL/pgSQL
  • Konvertierung von Stored Procedures, UDFs (User Defined Functions) und Triggern
  • Behandlung von Cursorn, Schleifen und Exception Handling (DECLARE ... HANDLER vs. EXCEPTION-Blöcke)
  • Db2-spezifische Funktionen und Ausdrücke ersetzen (z. B. DAYS, MICROSECOND, DECODE, NVL)
  • Anpassung von dynamischem SQL (EXECUTE IMMEDIATE zu EXECUTE)

Datenübernahme und Synchronisation

  • Initiale Datenmigration: Export via Db2 EXPORT (DEL/IXF) und Import via PostgreSQL COPY
  • Umgang mit Codepages, Zeichensätzen und Collation-Unterschieden
  • Change Data Capture (CDC) für Zero-Downtime-Migrationen (z. B. Nutzung von Debezium als Alternative zu Q Replication)
  • Behandlung großer Datenmengen und LOBs während des Netzwerktransfers

Testing, Validierung und Go-Live

  • Validierung der Datenkonsistenz (Row Counts, Hash-Summen)
  • Funktionstests für migrierte Geschäftslogik und Schnittstellen
  • Performancetests und Lastensimulation auf dem neuen System
  • Cutover-Strategien, Parallelbetrieb und Fallback-Szenarien

Performance-Optimierung und PostgreSQL-Betrieb

  • PostgreSQL Autovacuum als Ersatz für Db2 REORG und RUNSTATS
  • Konfiguration der postgresql.conf im Vergleich zu Db2 DBM- und DB-CFG-Parametern
  • Ausführungspläne analysieren und optimieren: Db2 db2expln/EXPLAIN vs. PostgreSQL EXPLAIN ANALYZE
  • Backup- und Recovery-Konzepte anpassen (Db2 BACKUP DATABASE vs. pg_dump und pgBackRest)

Dauer 3 Tage


Häufige Fragen (FAQ)

Was sind die größten Hürden beim Wechsel von IBM Db2 auf PostgreSQL?

Zentrale Herausforderungen liegen in dialektspezifischen SQL-Funktionen, der Portierung von Db2 SQL PL (insbesondere Cursorn, dynamischem SQL und Handler-Konstrukten) sowie der Umstellung von Db2-Wartungsroutinen (REORG, RUNSTATS) auf das kontinuierliche Autovacuum-Konzept von PostgreSQL.

Wie wird Db2 Data Partitioning (DPF) in PostgreSQL abgebildet?

Tabellen-Partitionierung wird in PostgreSQL über Declarative Partitioning umgesetzt. Für verteilte Datenbankarchitekturen (Shared Nothing wie Db2 DPF) kommen bei PostgreSQL Sharding-Konzepte, Foreign Data Wrapper (postgres_fdw) oder Cluster-Erweiterungen wie Citus zum Einsatz.

Wie läuft die Datenübernahme von Db2 zu PostgreSQL performant ab?

Große Datenmengen werden primär über Db2-Exporte in abgegrenzte Textformate oder parallele Streams exportiert und über den PostgreSQL-COPY-Befehl massenweise eingelesen. Für minimale Ausfallzeiten wird ein kontinuierliches Change Data Capture (CDC, z. B. via Debezium) aufgesetzt.

Wer führt das Db2-Migrationsseminar durch?

Trainer ist Frank Glück, der seit über 30 Jahren als Dozent im Datenbankumfeld schult und fast 40 Jahre Programmiererfahrung besitzt. Er vermittelt praxiserprobte Best Practices für heterogene Datenbankmigrationen direkt aus realen Projekten.


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