C++ Programmieren Grundlagen

Dieses Seminar vermittelt dir in drei Tagen die fundamentalen Konzepte der Programmiersprache C++. Du lernst die prozedurale Syntax, den Umgang mit der Speicherverwaltung (Zeiger und Referenzen, RAII) sowie die objektorientierte Programmierung (OOP) inklusive Vererbung, Polymorphie, Kopier-/Move-Semantik und Operatorüberladung. Am Ende hast du ein solides Verständnis für die Entwicklung robuster und performanter C++-Anwendungen.

Für wen ist dieses Seminar

Angehende Softwareentwickler, Systemprogrammierer, Ingenieure und Umsteiger aus anderen Programmiersprachen.

Das Angebot richtet sich an Unternehmen, Behörden und Selbstständige.

Was du mitbringen solltest

Allgemeines technisches Verständnis. Erste Programmiererfahrungen (z. B. in Skriptsprachen) sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Wer noch keinerlei Programmiererfahrung hat, findet in C Programmieren Einführung einen passenden vorbereitenden Einstieg in prozedurale Konzepte.

Detaillierte Inhalte

Einführung und Entwicklungsumgebung

  • Historie und Eigenschaften von C++ (Kompilierung vs. Interpretation)
  • Der Build-Prozess: Präprozessor, Compiler, Linker
  • Einrichtung der Entwicklungsumgebung (z. B. Visual Studio, CLion, GCC/Clang)
  • Projekte mit CMake konfigurieren und bauen
  • Aufbau eines C++ Programms: Die main()-Funktion und Namespaces (std)
  • Standard-Ein-/Ausgabe mit Streams (std::cout, std::cin, std::endl)

Variablen, Datentypen und Operatoren

  • Primitive Datentypen (int, char, float, double, bool)
  • Typ-Modifizierer und Konstanten (const, constexpr)
  • Automatische Typableitung mit auto
  • Operatoren: Arithmetisch, relational, logisch und bitweise
  • Typumwandlung (Type Casting): static_cast im Vergleich zum C-Style Cast

Kontrollstrukturen und Ablaufsteuerung

  • Bedingte Anweisungen: if, else if, else
  • Mehrfachverzweigungen: Das switch-Statement
  • Schleifenkonstrukte: while, do-while, for
  • Bereichsbasierte Schleifen (Range-based for-loop)
  • Schleifensteuerung (break, continue)

Funktionen und Modularisierung

  • Definition, Deklaration und Funktionsprototypen
  • Parameterübergabe: Call-by-Value vs. Call-by-Reference
  • Rückgabewerte und der Datentyp void
  • Funktionsüberladung (Function Overloading)
  • Inline-Funktionen zur Performance-Optimierung
  • Standardwerte (Default-Parameter) für Funktionen

Speicherverwaltung (Memory Management), Zeiger und Referenzen

  • Konzept des Arbeitsspeichers: Stack vs. Heap
  • Zeiger (Pointers): Deklaration, Adressoperator (&) und Dereferenzierung (*)
  • Referenzen (&): Unterschiede und Vorteile gegenüber Zeigern
  • Dynamische Speicherverwaltung: new und delete
  • RAII (Resource Acquisition Is Initialization) als Grundprinzip der Ressourcenverwaltung in C++
  • Fehlervermeidung: Memory Leaks und Smart Pointers (std::unique_ptr, std::shared_ptr)

Komplexe Datenstrukturen und Strings

  • Statische Arrays (C-Style) vs. std::array
  • Dynamische Arrays: Einführung in std::vector
  • Weitere STL-Container im Überblick: std::map, std::set, std::list
  • Zeichenketten: C-Strings (char[]) vs. die std::string-Klasse
  • Gruppierung von Daten mit Strukturen (struct)
  • Aufzählungstypen: enum und die typsichere Variante enum class

Objektorientierte Programmierung (OOP) – Einstieg

  • Klassen und Objekte definieren
  • Datenkapselung und Sichtbarkeits-Modifizierer (public, private, protected)
  • Konstruktoren (Standard, Parametrisiert) und Destruktoren
  • Initialisierungslisten (Member Initializer Lists)
  • Trennung von Deklaration (Header-Dateien .h/.hpp) und Implementierung (.cpp)

OOP – Vererbung und Polymorphie

  • Vererbungshierarchien entwerfen: Basis- und abgeleitete Klassen
  • Zugriff auf Basisklassen-Member und Konstruktor-Verkettung
  • Methoden überschreiben: virtual und override
  • Polymorphie über Basisklassen-Zeiger und -Referenzen
  • Abstrakte Klassen und rein virtuelle Funktionen (Interfaces)
  • Virtuelle Destruktoren — warum sie bei Vererbung Pflicht sind
  • Vererbung gezielt begrenzen mit final

OOP – Kopier- und Move-Semantik, Operatorüberladung

  • Operatoren überladen: arithmetische und Vergleichs-Operatoren
  • Member-Funktionen vs. freie Funktionen (friend)
  • Stream-Operatoren (<<, >>) für eigene Klassen
  • Kopierkonstruktor und Zuweisungsoperator verstehen
  • Move-Semantik: Rvalue-Referenzen (&&), std::move und Verschiebekonstruktor
  • Die „Rule of Three" und „Rule of Five" — wann eigene Kopier- und Move-Semantik nötig ist

Templates und STL-Algorithmen – Einstieg

  • Funktions-Templates mit einfachen Typparametern
  • Klassen-Templates im Grundprinzip
  • Standardalgorithmen der STL (std::sort, std::find, std::for_each)
  • Lambda-Ausdrücke als Übergabe an Algorithmen

Fehlerbehandlung (Exception Handling)

  • Konzepte der Ausnahmebehandlung
  • try, catch und throw Blöcke implementieren
  • Standard-Exceptions der C++ Bibliothek (<stdexcept>) nutzen

Dauer: 3 Tage

Was du danach kannst

  • C++-Programme mit Zeigern, Referenzen und RAII sicher entwickeln
  • Klassen mit Vererbung, Polymorphie und Operatorüberladung entwerfen
  • Kopier- und Move-Semantik korrekt implementieren (Rule of Five)
  • Smart Pointer (std::unique_ptr, std::shared_ptr) statt manueller Speicherverwaltung einsetzen
  • Mit STL-Containern über vector hinaus, Algorithmen und Lambdas arbeiten
  • Projekte mit CMake konfigurieren und bauen

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Dein Dozent

Frank Glück schult seit mehr als 30 Jahren und programmiert seit fast 40 Jahren. Seit 1999 ist er auch als Dozent für die GFU tätig. Er legt besonderen Wert auf saubere Objektarchitektur und ressourcenschonende Implementierung.

Häufige Fragen (FAQ)

Welche Vorkenntnisse sind für die C++ Grundlagen erforderlich?

Grundlegendes Verständnis prozeduraler Programmierung oder Vorkenntnisse in einer beliebigen Sprache sind hilfreich. Der Kurs führt strukturiert von elementaren Konzepten zur objektorientierten Programmierung (OOP) und modernen C++-Mechanismen.

Warum ist die „Rule of Three" (bzw. Rule of Five) in C++ wichtig?

Sobald eine Klasse Ressourcen (wie dynamischen Speicher oder Dateihandles) selbst verwaltet, müssen Destruktor, Kopierkonstruktor und Zuweisungsoperator explizit definiert werden — bei modernem C++ zusätzlich Move-Konstruktor und Move-Zuweisungsoperator (Rule of Five). Andernfalls drohen doppelte Freigaben (Double Free) und undefiniertes Verhalten.

Welche C++ Version wird im Praxiskurs geschult?

Der Schwerpunkt liegt auf modernem C++ (ab C++11 bis C++20). Behandelt werden Smart Pointer (std::unique_ptr, std::shared_ptr), RAII, Move-Semantik, Lambda-Ausdrücke, ein Einstieg in Templates und die Standard Template Library (STL) für sicheren, wartbaren Code.

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