C++ Programmieren Grundlagen

Dieses Seminar vermittelt die fundamentalen Konzepte der Programmiersprache C++. Teilnehmer erlernen die prozedurale Syntax, den Umgang mit der Speicherverwaltung (Zeiger und Referenzen) sowie die objektorientierte Programmierung (OOP) inklusive Vererbung, Polymorphie und Operatorüberladung. Ziel ist es, ein solides Verständnis für die Entwicklung robuster und performanter C++ Anwendungen zu schaffen.

Zielgruppe / Voraussetzung

  • Zielgruppe: Angehende Softwareentwickler, Systemprogrammierer, Ingenieure und Umsteiger aus anderen Programmiersprachen.
  • Voraussetzung: Allgemeines technisches Verständnis. Erste Programmiererfahrungen (z. B. in Skriptsprachen) sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich.

Detaillierte Inhalte

Einführung und Entwicklungsumgebung

  • Historie und Eigenschaften von C++ (Kompilierung vs. Interpretation)
  • Der Build-Prozess: Präprozessor, Compiler, Linker
  • Einrichtung der Entwicklungsumgebung (z. B. Visual Studio, CLion, GCC/Clang)
  • Aufbau eines C++ Programms: Die main()-Funktion und Namespaces (std)
  • Standard-Ein-/Ausgabe mit Streams (std::cout, std::cin, std::endl)

Variablen, Datentypen und Operatoren

  • Primitive Datentypen (int, char, float, double, bool)
  • Typ-Modifizierer und Konstanten (const, constexpr)
  • Automatische Typableitung mit auto
  • Operatoren: Arithmetisch, relational, logisch und bitweise
  • Typumwandlung (Type Casting): static_cast im Vergleich zum C-Style Cast

Kontrollstrukturen und Ablaufsteuerung

  • Bedingte Anweisungen: if, else if, else
  • Mehrfachverzweigungen: Das switch-Statement
  • Schleifenkonstrukte: while, do-while, for
  • Bereichsbasierte Schleifen (Range-based for-loop)
  • Schleifensteuerung (break, continue)

Funktionen und Modularisierung

  • Definition, Deklaration und Funktionsprototypen
  • Parameterübergabe: Call-by-Value vs. Call-by-Reference
  • Rückgabewerte und der Datentyp void
  • Funktionsüberladung (Function Overloading)
  • Inline-Funktionen zur Performance-Optimierung
  • Standardwerte (Default-Parameter) für Funktionen

Speicherverwaltung, Zeiger und Referenzen

  • Konzept des Arbeitsspeichers: Stack vs. Heap
  • Zeiger (Pointers): Deklaration, Adressoperator (&) und Dereferenzierung (*)
  • Referenzen (&): Unterschiede und Vorteile gegenüber Zeigern
  • Dynamische Speicherverwaltung: new und delete
  • Fehlervermeidung: Memory Leaks und Einführung in Smart Pointers (std::unique_ptr)

Komplexe Datenstrukturen und Strings

  • Statische Arrays (C-Style) vs. std::array
  • Dynamische Arrays: Einführung in std::vector
  • Zeichenketten: C-Strings (char[]) vs. die std::string-Klasse
  • Gruppierung von Daten mit Strukturen (struct)
  • Aufzählungstypen: enum und die typsichere Variante enum class

Objektorientierte Programmierung (OOP) – Einstieg

  • Klassen und Objekte definieren
  • Datenkapselung und Sichtbarkeits-Modifizierer (public, private, protected)
  • Konstruktoren (Standard, Parametrisiert) und Destruktoren
  • Initialisierungslisten (Member Initializer Lists)
  • Trennung von Deklaration (Header-Dateien .h/.hpp) und Implementierung (.cpp)

OOP – Vererbung und Polymorphie

  • Vererbungshierarchien entwerfen: Basis- und abgeleitete Klassen
  • Zugriff auf Basisklassen-Member und Konstruktor-Verkettung
  • Methoden überschreiben: virtual und override
  • Polymorphie über Basisklassen-Zeiger und -Referenzen
  • Abstrakte Klassen und rein virtuelle Funktionen (Interfaces)
  • Virtuelle Destruktoren — warum sie bei Vererbung Pflicht sind
  • Vererbung gezielt begrenzen mit final

OOP – Operatorüberladung und Kopiersemantik

  • Operatoren überladen: arithmetische und Vergleichs-Operatoren
  • Member-Funktionen vs. freie Funktionen (friend)
  • Stream-Operatoren (<<, >>) für eigene Klassen
  • Kopierkonstruktor und Zuweisungsoperator verstehen
  • Die "Rule of Three" — wann eigene Kopiersemantik nötig ist

Fehlerbehandlung (Exception Handling)

  • Konzepte der Ausnahmebehandlung
  • try, catch und throw Blöcke implementieren
  • Standard-Exceptions der C++ Bibliothek (<stdexcept>) nutzen

Häufige Fragen (FAQ)

Welche Vorkenntnisse sind für die C++ Grundlagen erforderlich?

Grundlegendes Verständnis prozeduraler Programmierung oder Vorkenntnisse in einer beliebigen Sprache sind hilfreich. Der Kurs führt strukturiert von elementaren Konzepten zur objektorientierten Programmierung (OOP) und modernen C++-Mechanismen.

Warum ist die „Rule of Three“ (bzw. Rule of Five) in C++ wichtig?

Sobald eine Klasse Ressourcen (wie dynamischen Speicher oder Dateihandles) selbst verwaltet, müssen Destruktor, Kopierkonstruktor und Zuweisungsoperator explizit definiert werden. Andernfalls drohen doppelte Freigaben (Double Free) und undefiniertes Verhalten.

Welche C++ Version wird im Praxiskurs geschult?

Der Schwerpunkt liegt auf modernem C++ (ab C++11 bis C++20). Behandelt werden Smart Pointer (std::unique_ptr, std::shared_ptr), RAII, Lambda-Ausdrücke und die Standard Template Library (STL) für sicheren, wartbaren Code.

Wer unterrichtet diesen C++ Kurs?

Trainer ist Frank Glück persönlich. Seit über 30 Jahren schult er Entwicklerteams in DACH und verfügt über fast 40 Jahre Entwicklerpraxis. Er legt besonderen Wert auf saubere Objektarchitektur und ressourcenschonende Implementierung.


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